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Die Luft zwischen den Kiefern wurde kälter und die Erde unter Tigerkralle fing an feucht zu werden. Er leckte daran um ein wenig Feuchtigkeit aufzunehmen, dann hievte er sich auf die Pfoten. Er konnte nicht hier bleiben. Die Abend Patrouille würde bald hier entlang kommen. Er wollte kein Mitleid in den Augen seiner Clankammeraden sehen wenn sie ihn verwundet und müde, immer noch im DonnerClan Territorium fanden. Bei jedem Schritt wimmernd, humpelte Tigerkralle tiefer in die Kiefern hinein. Er blieb weg vom Zweibeinerort mit seinen feigen Hauskätzchen und streunenden Hunden. Stattdessen ging er in Richtung des Hölzernen Baus hinter dem großen Zaun wo die Zweibeiner tagsüber hingingen um Bäume zu fällen. Er quetschte sich durch den Zaun und verschmierte sein Blut an den hölzernen Pfosten. Da war ein Loch neben dem Holznest. Tigerkralle kroch in den Schatten und streckte sich auf dem Boden aus. Er bemerkte eine Spur von Maus weiter unter dem Nest aber Tigerkralle hatte nicht genug Kraft dem Geruch zu folgen.

Wo ist das Moos das dein Nest im Kriegerbau auspolstert? Wo sind die Federn? Wird dein Leben von jetzt an so sein? Auf der bloßen Erde zusammengesunken, zu schwach um dir selbst Beute zu beschaffen?

Tigerkralles Magen knurrte, aber er presste seine Wange noch tiefer in den Boden um das Geräusch auszublenden. Im Moment war Schlaf wichtiger als Nahrung. Wenn er sich ausgeruht hatte, wenn er gegessen hatte, dann würde er mit der Zerstörung des DonnerClans beginnen.

Er träumte das er in Flammen stand verbrannt durch die Narben die Feuerherz auf seiner Haut hinterlassen hatte. Er schlug mit den Pfoten, aber der Schlaf hielt ihn fest, umklammerte ihn in einer halb bewusstlosen Betäubung. Er nahm das Tageslicht das von draußen herein schien kaum wahr, aber bevor er sich aufraffen konnte nach Beute zu suchen, wurde es schon wieder Nacht, und verwandelte Tigerkralles Träume in einen Wirbel aus Schmerz und Pein. Er schlug blindlings in Richtung der Schreie die ihn durch den Nebel hindurch erreichten, fühlte wie Krallen sich in sein Fell senkten und Zähne nahe an seinem Ohr schnappten. Er wirbelte herum, stolperte über seine Beine die sich schwer und Wund anfühlten, aber da war nichts als die feuchten grauen Wolken hinter ihm. Zu langsam, zischte die Stimme. Lass dich nicht von Feuerherz und Blaustern fangen! Sie werden dich wie einen Käfer zerquetschen!

„Niemals!“ brüllte Tigerkralle. Er wachte atemlos und sich auf seinem Rücken windend auf. Sein Bauch brannte wie Feuer und seine Krallen, die ausgefahren waren, starrten vor Dreck. Er kroch aus seinem hölzernen Bau hinaus in den kalten, fahlen Morgen. Wie viele Tage hatte er hier gelegen? Einen? Zwei? Mehr? Seine Sicht verschwamm für einen Moment und er schüttelte sich um sie zu klären. Sein Mund war so trocken und wund als hätte er Federn geschluckt, also humpelte er hinüber zu einer schmutzigen Pfütze neben dem Zaun. Das Wasser war schwarz und trüb, aber er zwang sich zu trinken bis seine Kehle aufhörte zu schmerzen.

Eine Amsel pickte auf dem Boden herum ein Stück weiter den Zaun entlang. Tigerkralle zog seine Hinterbeine unter sich und kroch auf den Vogel zu, wobei er jedes seiner Beine ausprobierte. Er fühlte sich schwach, aber als er vorsichtig seinen Bauch besah zeigte sich das die Wunde nicht mehr blutete und die Ränder mit dunkelrotem Schorf bedeckt waren. Solang er sich nicht zu sehr streckte, sollte er in der Lage sein zu jagen. Lieber sterbe ich beim Jagen als das ich verhungere.

Als er sich näher an den Vogel heranzog, trat er auf einen Haufen Kiefernnadeln die knackten. Die Amsel stieß einen Schrei aus und flog geräuschvoll in die Luft. Tigerkralle fluchte und setzte sich. Er leckte sich das zerzauste, staubige Brustfell. Es schmeckte nach Blut und Erde. Er spuckte, drehte sich um und schaute in die schatten neben dem Hölzernen Nest. Er hatte ein rascheln wärend seines unruhigen Schlafs wahrgenommen, das gedämpfte quieken von Mäusen und ein köstlicher Geruch in der muffigen Luft. Es würde ein enger und ungünstiger Ort zum Jagen sein, aber auch nicht schlimmer als die Brombeerdickichte die er schon früher abgesucht hatte.

Er kauerte sich hin und kroch unter den Bau, wobei er fühlte wie due wunde an seinem Bauch spannte. Die Erde hob sich auf der anderen Seite und blockierte das Licht. Tigerkralle kroch in den dichtesten Schatten und fühlte seine Schnurrhaare zittern als er den Geruch von kleinen Pelzigen Kreaturen wahrnahm. Er hielt einen Moment inne um seine Augen an das Zwielicht zu gewöhnen, dann stürzte er sich auf zwei schimmernde Lichtpunkte die von einer Maus kamen die ihn Panisch anstarrte. Ein zufriedenstellendes knirschen war unter seinen Pfoten zu hören, das hohe quieken brach plötzlich ab und Tigerkralle grub sein Maul in das warme Blut und Fell seiner Frischbeute. Er sah nicht ein warum er dem SternenClan für diese Beute danken sollte. Es war sein Fang, seiner ganz allein.

Die Maus schickte kraft in seine müden Glieder, Tigerkralle tauchte blinzelnd in das Licht ein und schüttelte sich Schmutz aus dem Pelz. Er schob sich zwischen den Holzpfählen hindurch und verfiel zwischen den Kiefern in einen ungleichmäßigen Trab. Er biss die Zähne zusammen gegen den Schmerz in seinem Bauch. Hier war er außerhalb der DonnerClan Grenze aber es gab nicht viel Unterholz, sodass eine vorbeikommende Patrouille ihn von weitem entdecken würde. Die großen Holzzäune und die roten Steinwände die die Grenze zum Zweibeinerort markierten zeichneten sich zwischen den Bäumen ab. Die Bäume wurden lichter, Brombeeren und dichte Farnklumpen fingen an um Tigerkralles Pfoten herum zu wachsen. Er senkte den Kopf und schnüffelte an der Spur einer Kreatur die die Wedel zur Seite geknickt hatte. Da! Kaum eine Fuchslänge entfernt von der DonnerClan Grenze bemerkte er einen scharfen, angstgetränkten Geruch von Katzen die an seiner Seite gekämpft hatte.

Gekämpft? Sie sind eher weggelaufen wie verängstigte Junge! Kam wieder die Stimme in Tigerkralles Kopf. Du warst ein Dummkopf ihnen zu vertrauen! Tigerkralle legte die Ohren an. Ich hatte keine Wahl! Aber jetzt wo ich frei von den Fesseln des DonnerClans bin, wird sich einiges ändern.

Vorsichtig lief er durch das dichte Gras und folgte dem Geruch bis zum Rand des Zweibeinerorts. Blut war auf dem Weg sichtbar und er hoffte, dass die Katzen nicht zu stark verwundet waren. Diese bemitleidenswerten Kreaturen waren schon schwach genug. Er drehte ein Ohr in Richtung DonnerClan Territorium und lauschte nach einer Patrouille. Die Sonne stand hoch am Himmel, die Schatten am Fuß der Zweibeinernester waren kaum lang genug um ihn zu verbergen. Tigerkralle vermutete, dass seine ehemaligen Kameraden sich gerade nach der Morgenpatrouille ausruhten und Frischbeute teilten bevor sie wieder aufbrachen. Sein Magen knurrte bei dem Gedanken an Beute, aber er zwang sich weiter zu gehen. Er würde nicht dabei erwischt werden wie er Beute von DonnerClan stahl!

Das rumpeln des Donnerwegs erreichte ihn durch die Bäume und der Geruch von verängstigten Katzen wurde vom Geruch der Monster und ihrem schwarzen Atem verdeckt. Tigerkralle bahnte sich seinen Weg durch ein Brombeergebüsch. Er vermutete, dass die verängstigten und verwundeten Katzen sich den dichtesten Schutz gesucht hatten den sie finden konnten. Er versteifte sich als er leises Geflüster vor sich hörte.

„Sei still! Irgendjemand kommt da!“

„Hat uns eine DonnerClan Patrouille gefunden? Wir können nicht hier bleiben, gefangen wie Hasen im Bau!“

„Still! Sie werden uns hören!“

Tigerkralle brach mit einem Jaulen durch die Wand aus Dornen. Fünf Augenpaare starrten ihn voller Entsetzen an. Dann, blinzelte einer nach dem anderen und das Entsetzen wich von ihnen.

„Tigerkralle!“ miaute ein schlanker brauner Kater. „Du hast überlebt!“

„Nicht dank dir, Narbengesicht“, knurrte Tigerkralle.

„Wir wären zu dir zurück gekehrt sobald unsere Wunden verheilt wären“, protestierte ein breitschultriger weißer Kater mit einer schwarzen Vorderpfote. Sein Name war Schwarzfuß, und wie Narbengesicht, war er ein Krieger des SchattenClans gewesen. Loyal gegenüber Braunstern, bevor dieser gefangen genommen worden war und seine Anhänger aus dem Lager vertrieben worden waren.

Zwei weitere ehemalige SchattenClan Krieger, ein braun getigerter Kater namens Stummelschweif und eine grau braune Kätzin namens Filzklette standen auf, um sich neben ihn zu stellen und ihre Schweife über seinen Pelz zu streifen.

„Ich bin so froh dich zu sehen“, schnurrte Filzklette, aber das vor reue aufgestellte Fell an ihrer Wirbelsäule entlang sagte Tigerkralle, dass sie log. All diese Katzen, einschließlich dem ehemaligen Streuner Haken, einem riesigen orangenen Kater der im hinteren Teil des provisorischen Baus verweilte und ihn mit warmen bernsteinfarbenen Augen ansah, waren entsetzt darüber, Tigerkralle von den Toten auferstehen zu sehen. Sie wussten, dass sie ihn enttäuscht hatten. Waren geschlagen worden von einer Gruppe Königinnen und Älteste in einem ungeschützten Lager. Tigerkralle fühlte wie ihn Erregung packte als er ihren Angstgeruch inhalierte. Diese Katzen würden alles tun was er wollte. Er zwang seine langen Krallen eingezogen zu bleiben, unterdrückte das verlangen ihnen die Ohren abzureißen dafür, dass sie ihn mit seinen früheren Kammeraden allein gelassen hatten. Dies waren die einzigen Verbündeten die er im Moment hatte und solang sie Angst vor ihm hatten und in seiner Schuld standen, konnte er sie exakt so Formen wie er wollte.

Er schaute sich um. „Wo ist Mowgli?“ Er hatte den grün äugigen, braunen Kater zwischen den Streunern im Zweibeinerort entdeckt. Tigerkralle hatte versprochen ihn zu einem der erfahrenen Krieger zu machen wenn er an seiner Seite kämpfen würde und der braune Kater hatte sein Versprechen so gierig wie jede nicht im Clan geborene Katze aufgenommen.

Stummelschweif zuckte zusammen. „Ich weiß es nicht. Seine Ohren wurden ziemlich schlimm zerfetzt von diesem brauen DonnerClan Schüler – Farnpfote hieß er glaub ich. Seit dem haben wir ihn nicht mehr gesehen.“

Tigerkralle zog die Lippen hoch. Geschlagen von einem Schüler? Er hoffte, dass er Mowgli nicht falsch eingeschätzt hatte. Offensichtlich brauchte er mehr Training, mehr Ermutigung im Kampf bis an die Grenzen seiner Kraft zu gehen, selbst wenn sein Gegner noch das flauschige Fell eines Jungen hatte.

Narbengesicht kroch vor mit einem fetzen Fell und Fleisch zwischen den Zähnen. Er legte es vor Tigerkralles Pfoten. „Ich habe diese Maus heute Morgen gefangen“, miaute er. „Du kannst den Rest haben wenn du möchtest.“

Tigerkralle beäugte das armselige stück Frischbeute. Würde er Schwäche zeigen wenn er seinem Hunger nachgab und es aß? Oder sollte er es lieber ausnutzen, dass diese Katzen ihm Futter und Schutz anboten? Was würde ein Clan Anführer tun?

Blaustern würde nach dem schwächsten Ältesten suchen und ihm die Frischbeute geben, schnurrte die Stimme. Aber ist das die Art Anführer die du sein willst?

Tigerkralle beugte den Kopf und verspeiste die Überreste der Maus mit einem Bissen. Er schaute auf und leckte sich die Lippen. „Wir werden mehr als das brauchen um zu überleben. Wer von uns ist am wenigsten verwundet?“

Filzklette hob ihren Schwanz. „Ich habe einen Biss an meiner Flanke, aber der wird schnell heilen.“ Sie schaute über ihre Schulter. „Und Hakens Fell war dick genug um ihn vor tiefen Kratzern zu schützen.“

Der Einzelläufer schlich aus den Schatten hinaus. „Ich werde jagen wenn du es willst“, grollte er.

Tigerkralle nickte. „Gut. Ihr Zwei bringt jeweils zwei Stück Frischbeute mit zurück.“

Filzklettes Augen weiteten sich, aber sie sagte nichts. Gut gemacht, du lernst dazu lobte die Stimme Tigerkralle. Die zwei Katzen suchten sich ihren Weg aus den Brombeeren hinaus.

„Tigerkralle, dein Bauch blutet“, miaute Schwarzfuß zögernd. Er streckte seinen Nacken um das verklebte rote Fell an Tigerkralles Seite zu untersuchen.

„Es ist nichts“, schnappte Tigerkralle. „Es wird in ein paar Tagen verheilt sein.“

Schwarzfuß trat zurück. „Diese DonnerClan Katzen haben wilder gekämpft als ich erwartet hatte“, gab er zu. Neben ihm nickte Narbengesicht. „Besonders das so genannte Hauskätzchen Feuerherz“, fuhr Schwarzfuß fort. „Er ist vielleicht im Zweibeinerort geboren worden, aber er hat wirklich gelernt zu kämpfen wie ein Krieger.“

„Er ist ein Hauskätzchen!“ spuckte Tigerkralle. „Wage es nicht nochmal von ihm als Krieger zu sprechen. Er hat kein recht im Wald zu sein, kein recht mit Blaustern zu sprechen als würde das Blut des Clans durch seine Adern fließen.“ Er wandte sich ab und ging mit schlagendem Schwanz auf und ab. „Ich werde mehr Katzen finden, ihnen beibringen zu kämpfen wie wahre Krieger und dann werden wir den DonnerClan zurück erobern und Feuerherz wird sterben!

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