FANDOM


Als Tigerkralle mit Mowgli an seinen Fersen zum umgestürzten Baumstamm zurückkehrte, sah Haken erstaunt aus, begrüßte seinen alten Freund aber herzlich und zeigte ihm wo er sein Nest bauen konnte. Schwarzfuß war vorsichtiger.

„Bist du dir sicher, dass du ihm trauen kannst?“ miaute er zu Tigerkralle.

„Falls du denkst, dass er ein Spion des DonnerClans sein könnte, ist das sehr unwahrscheinlich“, gab Tigerkralle zurück. „Das letzte Mal als der DonnerClan ihn sah, hat er versucht Feuerherz‘ Kehle aufzuschlitzen.“

„Ich meinte nicht, dass er jetzt vielleicht den DonnerClan bevorzugen würde“, argumentierte Schwarzfuß. „Ich frage mich nur wie sehr wir uns auf eine Katze verlassen können die beim ersten Anzeichen eines Kampfes den Schwanz einzieht. Was, wenn er uns wieder verlässt?“

„Dann wird er nicht zurückkommen.“ Antwortete Tigerkralle. „Er weiß, dass dies seine letzte Chance ist.“

Filzklette trottete zu ihnen hinüber. „Wir sind bereit fürs Kampftraining, Tigerkralle“, miaute sie. „Oh, und Narbengesicht und ich haben ein paar SchattenClan Krieger an der Grenze gesehen als wir jagen waren. Sie wollten wissen ob sie morgen mit uns zusammen jagen könnten.“

Tigerkralle runzelte die Stirn. „Was, in diesen Wäldern?“

„Nein“, miaute Filzklette. „Im SchattenClan Territorium. Dort kennen sie sich am besten aus und wissen wo es Beute gibt. Aber sie dachten, sie hätten vielleicht mehr Glück wenn wir ihnen helfen würden.“

Tigerkralle fühlte wie ihm ein Schauer des Triumpfes über den Rücken lief. Hatten die SchattenClan Krieger schon begriffen wie sehr sie ihn und seine Kammeraden brauchten? Er wartete einen Moment bevor er antwortete. „Nun gut, aber wir werden immer noch getrennt für uns selbst jagen. Der SchattenClan muss verstehen, dass wir ohne ihn überleben können.“

Filzklette nickte. „Natürlich. Danke, Tigerkralle. Ich... Ähm…habe Nassfuß gesagt, dass wir uns bei Sonnenhoch an der Grenze treffen.“ Sie blinzelte nervös. „Wenn du sagst das es okay ist.“

Tigerkralle schnippte mit der Schwanzspitze um Filzklette zu warnen, dass er genau wusste, warum sie dem SchattenClan ihre Hilfe so sorglos angeboten hatte. Die Kätzin schaute hinunter auf ihre Pfoten.

Mowgli sah verwirrt aus. „Ich dachte du kannst die Clans nicht ausstehen“, miaute er.

„Nur den DonnerClan nicht.“, grollte Tigerkralle. „Der SchattenClan leidet an Krankheit und Hunger. Solang wir stark genug sind um ihnen zu helfen, werden wir das auch tun.“

Narbengesicht trabte an ihnen vorbei in den Schatten der Eiche. „Ich erlaube mir ein Schläfchen zu halten“, murmelte er. „Bevor wir mit dem Kampftraining beginnen.“

Tigerkralle versperrte ihm den Weg mit einer Pfote. „Wirst du immer die Chance haben ein Schläfchen zu halten bevor der Feind angreift? Nein. Du wirst jetzt trainieren, mit der Energie die du noch hast. Verstanden?“

Ärger blitzte in Narbengesichts Augen auf, dann nickte er. „Ich habe verstanden, Tigerkralle.“

Gut, flüsterte die Stimme in Tigerkralles Gedanken. Diese Katzen dürfen keine Entscheidung selbst treffen, nicht wenn du verhindern willst, dass sie sich mächtiger fühlen als du.

Tigerkralle fühlte wie sich seine Schultern verkrampften. Niemals, schwor er lautlos.



Als die Sonne am folgenden Tag die Wipfel der Bäume erreichte, sah Tigerkralle zufrieden wie Erleichterung in den Augen des Grau gestreiften Katers zu sehen war der an der Grenze auf sie wartete.

„Ich hatte befürchtet das ihr es euch vielleicht anders überlegt habt“, plapperte Nassfuß als sie näher kamen.

Filzklette warf Tigerkralle einen Seitenblick zu. „Wir werden euch helfen wen wir können“, miaute sie vorsichtig.

Tigerkralle schritt über die Grenze. „Richtig, wo gehen wir zuerst lang?“

Eine kleiner, hellbrauner Kater spitzte die Ohren. „Nassfuß führt die Patrouille an“, zwitscherte er.

Schnell schüttelte Nassfuß den Kopf. „Es ist in Ordnung, Eichenpfote. Tigerkralle kann uns anführen.“

Eine knochige, schwarze Kätzin scharrte über die Blätter am Boden. „Mein Bauch denkt meine Kehle ist aufgeschlitzt worden“, murmelte sie. „Gehen wir nun jagen oder quatschen wir nur?“

„Okay, Dunkelblüte, behalt dein Fell an“, neckte Schwarzfuß, und mit einem Ruck wurde Tigerkralle daran erinnert das seine Kammeraden, abgesehen von Haken und Mowgli, diese Katzen viel besser kannten als er, dass sie befreundet und sogar verwandt waren. Er konnte nicht zulassen, dass dies zu einer Schwäche für ihn wurde.

„Wir werden an der Grenze zu den Wäldern bleiben“, verkündete er. „Folgt mir, und wartet auf mein Zeichen mit dem Jagen zu beginnen.“

„Wir suchen uns normalerweise unsere eigene Beute“, begann Eichenpfote aber Filzklette unterbrach ihn.

„Was immer du für das beste hältst, Tigerkralle“, miaute sie.

Tigerkralle stürzte voran, genoss das Gefühl seiner Pfoten die über den Boden trommelten und atmete den grünen Duft des Waldes ein der ihn verschluckte. Hinter ihm folgten ihm die anderen Katzen Schritt für Schritt. Vor ihnen eine Schneise stiller Bäume die mit Beute gefüllt waren die nur darauf wartete gefangen zu werden.





„Warum genau hast du den DonnerClan verlassen?“ miaute Apfelfell. Die braun gefleckte Kätzin räkelte sich in einem Fleck Sonnenlicht und schnippte mit dem Schweif.

Tigerkralle musterte sie, und bemerkte das neugierige schimmern in ihren hellgrünen Augen. Er war mit einer weiteren erfolgreichen Jagd Patrouille ins Lager zurückgekehrt. Die Junge Kriegerin Rostfell hatte ihn beeindruckt, sie war im Zweibeinerort aufgewachsen genau wie Kieselstein, aber sie war scharfsinnig und totbringend wie eine Clangeborene Katze wenn es darum ging Beute zu jagen. Um ihn herum aßen die SchattenClan Katzen friedlich und genossen das Gefühl der Sonne auf ihren gefleckten Fellen. Alle, außer Nachtstern, der zu krank war um seinen Bau zu verlassen. Tigerkralle konnte ihn hinter dem Brombeervorhang husten hören.

Er zog mit einer seiner langen Krallen eine Spur in den Staub. „Du wirst genug Getratsche über mich hören um dir eine eigene Geschichte zusammenreimen zu können“, miaute er.

Apfelfell blinzelte und ließ ihren Blick auf dem Boden verweilen. „Deswegen frage ich dich ja nach der Wahrheit.“

Tigerkralle stand auf und betrachtete die Lichtung. „Ich kann keinem Clan loyal sein der mehr auf ein Hauskätzchen hört als auf seinen Zweiten Anführer. Ich glaube immer noch an das Gesetz der Krieger, auch wenn mein früherer Clan es nicht tut.“

„Redest du von Feuerherz?“ fragte Rattennarbe, ein junger Krieger mit einer Narbe die sich von seinem dunkelbraunen Fell abhob, und der er seinen Namen zu verdanken hatte.

Tigerkralle verzog die Lippen zu einem knurren. „Wenn du nicht noch eine Narbe in deinem Fell haben willst, wirst du diesen Namen nie wieder in meiner Gegenwart erwähnen“, grollte er. Er nickte Schwarzfuß zu der sich mit Farnschatten unterhielt. „Komm, es wird Zeit das wir gehen.“

Ein dunkelgrauer Kater hob den Kopf von einer Taube die er gerade mit den anderen Ältesten teilte. „Müsst ihr schon gehen?“ rief er. „Die Sonne wird für eine Weile nicht aufgehen. Ich wollte euch doch noch davon erzählen wie ich mal einen Dachs gefunden habe der im Sumpf stecken geblieben war.“

Tigerkralle versuchte enttäuscht auszusehen. „Nächstes Mal, Zedernherz. Ich würde diese Geschichte liebend gern hören. Aber meine Freunde und ich haben uns eurem Clan für heute schon lange genug aufgedrängt.“ Mit dem Schnippen seines Schwanzes sammelte er seine Kumpane um sich.

„Ihr werdet doch morgen wieder kommen, oder?“ miaute Triefnase der seinen Kopf aus Nachtsterns Bau streckte. „Ich…Ich dachte du könntest vielleicht die Jagdpatrouillen an meiner Stelle arrangieren. Ich muss an der Grenze nach mehr Kräutern suchen.“

Tigerkralle legte seinen Kopf auf eine Seite. „Wenn du es wünschst, Triefnase. Wir werden kurz nach Sonnenaufgang hier sein.“ Er trabte aus dem Lager heraus und ließ seine Kammeraden Abschiedsgrüße über ihre Schultern rufen.

Sie brauchen dich langsam so sehr wie der Wald den Regen, flüsterte die Stimme in seinem Kopf. Gute Arbeit, Tigerkralle.





Die vier Katzen sahen aufgeregt und stolz aus als Tigerkralle sie für seine Jagdpatrouille auswählte. Rostfells Muskeln spannten sich unter ihrem Fuchs farbenem Fell als sie sich schon zu ihrem ersten Sprung bereit machte, wärend Rattennarbe seine Krallen ausfuhr und ihre Schärfe überprüfte. Narbengesicht sah so gelassen wie immer aus, aber seine Ohren waren gespitzt und sein Schwanz zuckte. Neben ihm stand Weißkehle, ein schwarz weiser Kater der klein für sein Alter war, aber schnell und wendig aussah. Tigerkralle wollte gern sehen wie schnell er sich wohl bewegen konnte.

„Ich dachte mir, wir jagen heute mal etwas anderes als SchattenClan Beute“, verkündete Tigerkralle.

Rostfell legte ihren Kopf zu einer Seite. „Was gibt es denn anderes?“

„Vielleicht, Beute von irgendwo anders?“ miaute Narbengesicht, seine Augen begannen zu strahlen.

Tigerkralle nickte. „Lasst uns mal das DonnerClan Territorium probieren“, schlug er vor und beobachtete jeden Krieger genau.

Rostfell und Rattennarbe strafften die Schultern und verengten die Augen, aber Weißkehle machte einen Schritt zurück.

„Do…DonnerClan?“ stammelte er. „Wirklich? Aber das wäre stehlen!“

Tigerkralle blinzelte. „Hast du ein Problem, Weißkehle?“

Der kleine Kater schaute hinunter auf seine Pfoten. „Ich würde lieber keine Beute vom DonnerClan nehmen, das ist alles“, miaute er.

Narbengesicht stellte sich an Tigerkralles Seite. „Es gibt Gerüchte“, begann er schnell, „das Weißkehle und Kleinwolke Schutz beim DonnerClan gesucht haben wären die Krankheit am schlimmsten war.“

„Denkst du das stimmt?“ zischte Tigerkralle.

Narbengesicht musterte den schwarz weißen Krieger, der anscheinend versuchte in seinem eigenen Pelz zu verschwinden. „Ich kann mir vorstellen das zwei verängstigte Katzen von einem Clan flüchten würden der um sie herum stirbt“, miaute er.

„Dann müssen wir sicher gehen, dass die Loyalität zu ihrem Clan nicht ins Stocken gerät“, kommentierte Tigerkralle grimmig. Er erhob seine Stimme und miaute, „Weißkehle, dies ist keine jag-wenn-du-möchtest Patrouille. Du wirst mir dahin folgen wo ich euch hin leite, ist das klar?“ er schritt hinüber zu dem Krieger und ließ seine Krallen hinaus gleiten. „Alle anderen Clans sind Feinde des SchattenClans. Wenn wir also Bbeute von ihnen nehmen wollen, sollte uns nichts davon abhalten. Verstehst du?“

Mit ängstlichem Blick nickte der kleine Kater. Tigerkralle ließ seinen Blick über die Lichtung schweifen bis er auf Kleinwolke ruhte. Der graue Tigerkater schaufelte sich durch einige Kräuter für Triefnase. Tigerkralle verzog die Lippen. Jetzt wo Kleinwolke ein Heilerschüler war würde es schwer werden seine Loyalität in Form von jagen oder kämpfen zu testen. Tigerkralle würde ihn im Auge behalten müssen.

„Auf geht’s“, miaute er, richtete seinen Schwanz hoch auf und leitete die Katzen in schnellem lauf aus dem Lager. Er legte die Ohren an um zu prüfen das vier paar Pfoten ihm folgten, dann duckte er sich in das verworrene feuchte Gras wo kleine Pfade sie zu einem Tunnel führen würden der unter dem Donnerweg entlang führte. Bevor er sich in das enge Loch duckte, pausierte Tigerkralle um einen letzten Atemzug SchattenClan Luft zu nehmen. Gehörte er jetzt hier hin? Er war nicht mehr im DonnerClan Territorium gewesen seit… Er schob die Erinnerung von Blaustern die ihm befahl zu gehen beiseite und rannte in den Tunnel. Seine Pfotenschritte echoten einen Moment um ihn herum, dann brach er in den dichten grünen Wald auf der anderen Seite ein. Zu Hause! Rief ein verräterischer Sinn in ihm als ihm die zahllosen Gerüche von Blättern, Farnen und anderen grün wachsenden Dingen in die Nase stiegen. Darunter verwoben waren Spuren von kleinen, felligen Kreaturen die durch den Untergrund raschelten, über moosbewachsene Stämme krochen und unsichtbare Spuren für Katzen auf der Jagd hinterließen.

„Wow“ hauchte Rattennarbe. „Das riecht nach einer guten Jagd!“

Tigerkralle nickte. „Bleibt nahe am Donnerweg. Es gibt keinen Grund auf uns aufmerksam zu machen bevor wir eine anständige Strecke zurückgelegt haben.“

Er stürzte sich in den Farn und genoss das Gefühl von tau feuchten Blättern die gegen sein Fell schlugen. Plötzlich hörte er das Knuspern einer Maus die an einem Samen nagte. Er ließ sich ins Jagdkauern fallen und kroch vorwärts, Pfote für Pfote, bis seine Schnauze aus einem Büschel Farn auftauchte und die kleine braune Kreatur freigab. Tigerkralle zog die Hinterpfoten fest an den Bauch und sprang dann geräuschlos vorwärts um direkt auf der Maus zu landen. Sie ließ ein schwindendes quieken ertönen, weich, warm und gutriechend in Tigerkralles Pfoten. Er schluckte das Wasser das sich in seinem Maul gesammelt hatte herunter und vergrub seine Beute schnell.

Hinter ihm, starrten ihn die SchattenClan Katzen mit offenen Mündern an.

„Das war schnell!“ kommentierte Rostfell.

Tigerkralle fühlte eine Welle des Stolzes. Dies war jetzt sein Territorium. Er kannte jeden Trick den seine Vorfahren jemals bei der Jagd angewendet hatten. Er zuckte mit den Schultern als wäre es keine große Sache und bahnte sich seinen Weg durch einen Holunderbusch der mit schweren weißen Blüten beladen war. Der Geruch kitzelte in seiner Nase und ließ ihn beinahe niesen, aber er hielt inne als er ein leises rascheln auf der anderen Seite des Busches hörte. Tigerkralle lugte vorsichtig durch die Blätter und entdeckte der hellbraune gestalten die zwischen ein paar Eschen in Richtung Grenze hindurchschlüpfte. Eine DonnerClan Patrouille! Er schnüffelte, und erkannte Mausefell, Sturmwind und Dornenkralle. Eine Erinnerung blitzte in Tigerkralles Gedanken auf von diesen drei Katzen die ihn höhnisch ansahen als er das DonnerClan Lager das letzte Mal verließ. Jeder von ihnen hatte ihn nicht besser behandelt als einen Gefangenen, übel zugerichtet und geschlagen von ihrem kostbaren Hauskätzchen. Tigerkralle fühlte eine Flamme der Wut in seinem Bauch brennen.

Diese Gelegenheit war zu gut im sie zu verpassen. „Katzen des SchattenClans!“ jaulte er über seine Schulter. „Greift an!“

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki