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Tigerkralle explodierte aus dem Busch heraus und sprang auf Sturmwinds schmalen Rücken. Der Krieger fiel neben ihn wie ein Stein. Tigerkralle ließ seine Krallen in Sturmwinds Kehle sinken und hielt ein triumphierendes Jaulen zurück als Blut unter seinen Pfoten hervorquoll. Hinter ihm hörte er Mausefell und Dornenkralle davon stürmen, deren Pfotenschritte in Richtung DonnerClan-Lager verschwanden. „Feiglinge!“ spuckte Tigerkralle.

„Beim SternenClan!“ keuchte Rostfell. „Du hast ihn umgebracht!“

Tigerkralle trat von Sturmwinds bewegungslosem Körper zurück. „Er hätte schneller reagieren müssen“, miaute er.

Weißkehle trat auf zitternden Beinen näher und senkte den Kopf um Sturmwinds Pelz zu beschnüffeln. „Aber… er hat nicht erwartet angegriffen zu werden! Er war nur auf einer Patrouille.“

„Ein guter Krieger ist immer auf der Hut“, grollte Tigerkralle. „Nun, wer wird mir helfen die Anderen zu finden?“

Narbengesicht scharrte mit der Pfote über den Boden. „Aus welchem Grund? Wir sind in ihr Territorium eingedrungen. Du hast einen Krieger getötet. Wir wollen unsere Clankammeraden nicht in einen Kampf mit dem DonnerClan verwickeln. Wir sind noch nicht stark genug dafür!“

Tigerkralles Nackenhaare stellten sich auf. „Es gibt immer einen Grund einen anderen Clan anzugreifen! Mehr Territorium, bessere Beute, die Chance zu beweisen wie stark wir sind!“

„Aber wir sind nicht stark“, protestierte Rattennarbe. „Und wir wollen das Territorium des DonnerClans nicht übernehmen oder ihre Beute jagen.“

In der Ferne konnten sie hören wie Katzen durch das Unterholz preschten, die sich nicht darum scherten wie viel Beute sie verjagten. Narbengesicht trat vor. „Tigerkralle, wir kamen hierher um zu jagen, nicht um zu kämpfen. Dies ist kein Kampf den wir gewinnen können. Zumindest noch nicht.“

Rostfell knetete den Boden unruhig mit ihren Pfoten. „Wir müssen hier weg!“

Tigerkralle zwang das Fell auf seinem Rücken angelegt zu bleiben. Gib ihnen das Gefühl das es deine Entscheidung ist sich zurück zu ziehen, nicht ihre, warnte die Stimme in seinem Kopf. Sonst könnte das hier das dümmste sein was du jemals getan hast. „Na gut. Dieser Krieger“ – er trat gegen Sturmwinds Körper welcher wie ein Blatt im Wind zitterte – „wird die Nachricht das der SchattenClan wieder stark wird deutlich genug übermitteln.“ Er schnippte mit dem Schwanz kurz bevor Narbengesicht, Rostfell und Rattennarbe sich in den Holunderbusch stürzten und in Richtung Donnerweg rannten. Ich habe euch das Signal zum Rückzug gegeben! Vergesst das nicht!

Weißkehle blieb wo er war und grub seine Schnauze in das noch warme Fell des toten Krieger. „Kommst du?“ Knurrte Tigerkralle. Weißkehle bewegte sich nicht. „Du wartest darauf, dass deine DonnerClan Freunde auftauchen, nicht wahr?“ Spuckte Tigerkralle. „Ich wusste, dass ich dir nicht trauen kann. wisse, Weißkehle, du wirst nie wieder im SchattenClan willkommen sein, das verspreche ich dir.“

„Hier entlang!“ rief Mausefell von der anderen Seite eines Büschel Farns aus. „Schnell!“

Tigerkralle hob den Kopf und schnüffelte. Neben dem beißenden Geruch des Donnerwegs konnte er den Geruch von Feuerherz und Weißpelz wahrnehmen, der schnell näher kam. So gerne er auch geblieben wäre um zu sehen wie sie um Sturmwind trauerten, wusste er doch, dass er es nicht mit ihnen allen aufnehmen konnte. Er drehte sich um und schlüpfte in den Holunderbusch gerade als Feuerherz auf der Lichtung auftauchte.

„Er ist Tod!“ jammerte Weißkehle.

Tigerkralle sprang aus dem Holunderbusch heraus und folgte der Spur bis zum Farnbüschel. Vertrocknete Wedel schlugen gegen seinen Pelz und stachen ihn in die Augen. Schwer atmend stoppte er am Rand des Donnerweges. Plötzlich tauchte zu Tigerkralles Überraschung Weißkehle ein Stück von ihm entfernt aus den Brombeeren auf. Seine Augen waren geweitet, er atmete schwer und Blut klebte an seiner Schnauze.

Führt er eine Patrouille an um den SchattenClan anzugreifen? Fragte sich Tigerkralle, und machte sich bereit los zu rennen um die anderen zu warnen. Verräter!

Feuerherz tauchte hinter Weißkehle auf und der schwarz weiße Krieger drehte den Kopf um den roten Kater anzustarren.

Hol so viel Verstärkung wie du willst! Ich werde sie alle Töten! Schwor Tigerkralle.

Ohne das Gespräch mit Feuerherz zu beenden rannte Weißkehle auf den Donnerweg. Tigerkralle trat einen Schritt zurück als ein Monster vorbeiraste, welches ihm Kies und eine stinkende Wolke ins Gesicht blies. Als die Luft aufhörte zu wirbeln sah er wie Feuerherz voller Entsetzen auf die schwarzweiße Gestalt schaute die in der Mitte des Donnerwegs lag. Das Monster hat Weißkehle getroffen! Tigerkralle verengte die Augen. Wird der DonnerClan trotzdem angreifen?

Auf dem gnadenlosen schwarzen Stein begann Weißkehle sich zu bewegen. Feuerherz rannte zu ihm. Er kauerte sich nieder und schien mit Weißkehle zu sprechen, aber seine Worte wurden von einem zweiten Monster verschluckt das vorüber raste. Als Tigerkralle Feuerherz wieder sehen konnte war dieser bereits aufgestanden. Weißkehle lag ausgestreckt auf seinen Pfoten seine Augen trüb, ein Rinnsal aus Blut lief aus seinem Maul. Feuerherz starrte ihn an.

„Fällt dir nichts besseres zur Verteidigung deines Territoriums ein, als mickrige Katzen zu Tode zu jagen?“ höhnte Tigerkralle.

Als Antwort schoss Feuerherz auf ihn zu und krachte in ihn hinein. Überrascht fiel Tigerkralle zu Boden, wärend der Geruch des DonnerClans vom Gras um ihn herum aufstieg. Feuerherz schlug mit den Pfoten gegen Tigerkralles Rippen aber Tigerkralle bäumte sich auf und schleuderte den roten Kater zu Boden. Tigerkralle ließ sich mit seinem vollen Gewicht auf ihn krachen und senkte seinen Krallen in Feuerherz‘ Kehle. Wut kochte in ihm.

„Hörst du zu, Hauskätzchen?“ zischte er. „Ich werde dich töten, dich und all deine anderen Krieger, einen nach dem anderen.“

Plötzlich war das trommeln von Pfoten auf dem Donnerweg zu hören und eine Stimme miaute in Tigerkralles Ohr, „Dachtest du wir würden dich hier allein kämpfen lassen?“

Er drehte sich um und schaute in Schwarzfuß‘ hungriges Gesicht. „Nein mein Freund“, miaute Tigerkralle. „Ich wusste, dass du kommen würdest.“

Schwarzfuß hatte fast jede Katze mitgebracht die nicht krank war – unter ihnen Rostfell und Rattennarbe wie Tigerkralle bemerkte. Als die SchattenClan Katzen sich auf dem Donnerweg versammelten sprangen Mausefell und Weißpelz aus dem Unterholz. Sie hatten mutig gekämpft, aber die DonnerClan Krieger waren ganz einfach in der Unterzahl. Zwar hatte Feuerherz es geschafft sich aus Tigerkralles Griff zu befreien, doch diesen Kampf würde der SchattenClan auf keinen Fall verlieren.

Mowgli schoss vorwärts und traf eines von Feuerherz‘ Hinterbeinen mit seinen Krallen. Feuerherz stolperte und Tigerkralle stellte sich über ihn, bereit ihm den Todesstoß zu versetzen. Mowglis Augen leuchteten mit Triumpf. Plötzlich fühlte Tigerkralle einen stechenden Schmerz im Bauch und sah überrascht hinunter. Ein breitschultriger grauer Tigerkater hatte sich auf seinen entblößten Bauch gestürzt und bearbeitete die gerade verheilte Wunde mit den Krallen. Graustreif! Was macht er hier? Er lebt im FlussClan!

Tigerkralle sank auf die Pfoten und schaute sich um. Seine Katzen kämpften gegen mehr als nur drei DonnerClan Katzen. Es sah so aus als wäre eine ganze FlussClan Patrouille gekommen um Feuerherz zur Hilfe zu eilen. Sich immer auf die Hilfe von Anderen verlassen! Spuckte Tigerkralle. Er bereitete sich vor als Graustreif und Feuerherz ihn Seite an Seite angriffen. Tigerkralle wurde zurück auf den Donnerweg gedrängt, dann verhedderte sich seine Pfote in einer Brombeerranke und er fiel schwer auf den Boden. Er schaute sich nach Mowgli und Schwarzfuß um, aber sie kämpften mit den nach Fisch stinkenden Katzen. Narbengesicht und Rostfell hatten sich zum Donnerweg zurückgezogen, ihre Flanken hoben sich schwer und waren mit Kratzern übersäht.

Feuerherz schaute auf zu den SchattenClan Kriegern die sich langsam zurückzogen und Tigerkralle fühlte wie sich das Gewicht des roten Katers langsam von seinen Schultern hob. Er wand sich frei und rannte in Richtung Donnerweg. Er konnte hören wie die anderen SchattenClan Katzen im folgten aber er lief erst langsamer als sie tief im Inneren des Kiefernwaldes waren. Er humpelte zu einem flecken Moos, sein Bauch brannte vor Schmerz und seine Schnauze stach vor lauter Kratzern. Hinter ihm plumpsten die anderen Katzen zu Boden und leckten ihre wunden.

Eine dünne Stimme jammerte in Tigerkralles Ohr: Du bist geflohen! Du hättest bleiben sollen und kämpfen! Beginne niemals einen Kampf den du nicht beenden kannst, du Idiot.

Tigerkralle hob den Kopf. „Wir müssen den Rest des SchattenClans darüber in Kenntnis setzen, dass wir ohne Grund angegriffen worden sind“, ordnete er an. Er sah Narbengesicht in die Augen und wartete, dass der braune Kater nickte. „Tragischer weise starb Weißkehle als er versuchte seine Clankammeraden vor der Grausamkeit des DonnerClans zu schützen. Er starb durch Feuerherz’ Pfoten wärend er versuchte die Sicherheit seines eigenen Territoriums zu erreichen.“

Kieselfang knurrte, „Kein Krieger tötet einen Meiner Clankammeraden ohne eine Antwort von mir zu bekommen. Lass mich zum DonnerClan gehen und Weißkehles Tod rächen!“

Tigerkralle legte Kieselfang seinen Schweif auf die Schulter. „Hab Geduld mein Freund. Die FlussClan Katzen könnten immer noch auf uns warten. Warte bis die DonnerClan Katzen allein sind, und dann werden wir sie zerstören ohne auch nur einen Tropfen Blut zu verlieren.“

„Weißkehles Tod war nicht umsonst!“ schrie Rostfell und ihre Clankammeraden fielen mit einem Klagelaut ein.

„Der DonnerClan hatte heute Glück, das ist alles“, miaute Tigerkralle als es wieder still wurde. „Dies ist kein Kampf der verloren ist. Nur einer der für eine Weile aufgeschoben ist.“ Er traf Schwarzfuß‘ Blick. Der weiße Kater schien zu verstehen was Tigerkralle sagte. Was heute passiert war würde dem SchattenClan als ein tragischer Moment für Weißkehle und ein Grund zur Rache an dem DonnerClan dienen wenn sie die Chance dazu hatten. Feuerherz‘ Tage in denen er eine Horde Hauskätzchenliebhaber anleitete würden bald vorbei sein.

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