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Wolkenstern stand, in silbernem Mondlicht gebadet, am Rande des Großfelsens und schaute hinab auf die Katzen unter ihm. Unzählige Augenpaare glimmten zu ihm hoch, Ohren zuckten, das einzige Geräusch war das Rauschen der Blätter der vier Eichen. Wie lange versammeln sich die fünf Clans schon hier? Fragte sich Wolkenstern. Und wie lange werden sie das noch tun? Solange bis die Zweibeiner auch diese Bäume hier zerstören?

Ein leises Hüsteln war vom Fuße des Steines zu hören und Wokenstern sah Bussardfeder, der ihn erwartungsvoll anstarrte. Drei Sonnenaufgänge waren vergangen seit Wolkenstern und die drei Schüler im fallenden Baum gefangen gewesen waren, und die Zweibeiner hatten nicht weiter in das WolkenClan Territorium eingegriffen. Stattdessen hatten sie die zerstörten Bäume weggeräumt, und damit begonnen Reihen von großen grauen Steinen, die scharf und viereckig waren, auf dem leeren Platz aufzubauen. Es war immer noch zu laut, sodass die Beute noch nicht zurückgekehrt war und den WolkenClan dünn und hungrig ließ. Aber Wolkenstern spürte wie sich die Hoffnung in ihm regte, das die schlechten Zeiten nun vorüber sein.

Er hatte vorgehabt den anderen Clans nichts über die Zweibeiner an der Grenze zu erzählen, und sie in dem Glauben zu lassen, das alles im WolkenClan in Ordnung war. Aber Bussardfeder hatte darauf bestanden, dass Wolkenstern zugab dass etwas nicht in Ordnung war. Sie wussten, dass der Krach der Gelben Monster den DonnerClan erreicht hatte, und es war auch unmöglich, dass der FlussClan nichts davon mitbekommen hatte. Besser sollte er zugeben was die Zweibeiner taten, als das sich Gerüchte in den anderen Clans verbreiteten.

Die Blattgrüne herrschte im Wald und spickte die Bäume mit glänzenden Blättern und machte die Beute fett. Die anderen Clans hatten von überfüllten Frischbeutehaufen, gesunden Würfen von Jungen und neuen Kriegern berichtet, die genauso stark aussahen wie die Älteren. Wolkenstern dachte an den winzigen Haufen Beute, der unter dem Holunderbusch lag, die dürren Ältesten und das Jammern von Haselflugs Jungen, wenn ihre Bäuche vor Hunger schmerzten.

Er krallte sich in den silbernen Stein und hob den Kopf. „Katzen aller Clans, ich bin stolz für die Katzen des WolkenClans zu sprechen. Haselflugs Junge wachsen prächtig, und ermüden uns alle mit ihren wilden Spielen!“ Ein Schnurren der Kätzinnen und Ältesten war von unten zu hören. „Ich freue mich schon darauf sie euch in drei Monden als Schüler vorzustellen. Meine Krieger jagen mit großem Geschick für ihre Clankameraden und wie ihr, haben auch wir einen Wald voller Beute den uns die Blattgrüne beschert.“ Er hielt inne und Atmete durch. Bleib ruhig! Lass sie nicht sehen, dass du über das was passiert ist besorgt bist.

„Ich bin mir sicher, dass Einige von euch den Krach gehört haben, den die Zweibeiner mit ihren Monstern an der Grenze machen.“ Da kamen Nicken und Murmeln von unten und Wolkenstern spürte, wie sich Rotstern neben ihm versteifte. „Nun, ihr wisst ja, dass die Zweibeiner immer versuchen etwas zu zerstören!“ Wolkensterns Kehle schmerzte als er versuchte, einen unbeschwerten Ton beizubehalten. „Sie haben ein paar Bäume am Rand unseres Territoriums gefällt, aber wir haben noch jede Menge mehr. Den Zweibeinern wird bald langweilig werden und dann nehmen sie ihre Monster irgendwo anders hin mit.“ Er verengte die Augen und versuchte die Blicke so vieler Katzen der anderen Clans wie möglich zu erwidern. „Es würde uns im WolkenClan bestürzen, wenn ihr eure Zeit damit verschwenden würdet, Lügen und Gerüchte darüber zu verbreiten was vielleicht in unserem Territorium vorgeht.“ Er ließ ein wenig Schärfe in seinen Ton, doch dann sah er Bussardfeders allarmierten Blick und lockerte seine Stimme ein wenig. Ich will nicht so aussehen, als wolle ich etwas verbergen. „Und bei der Nächsten Versammlung hoffe ich, dass ich noch bessere Nachrichten habe. Nämlich von meinen eigenen Jungen, die wir dank Vogelflug erwarten!“

Zustimmendes Gemurmel war zu hören. Wolkenstern hoffte, dass er die Katzen davon abgelenkt hatte über den Unsinn von Zweibeinern zu tratschen. Er trat einen Schritt zurück und setzte sich. Rotstern lehnte sich hinüber und murmelte in sein Ohr, „Schön zu hören, dass es dem WolkenClan nichts aus macht sein Territorium mit Zweibeinern zu teilen.“ Wolkenstern warf dem kupferroten Kater einen warnenden Blick zu, und erinnerte sich selbst daran, dass dies hier die Nacht des Vollmonds war, in der Rivalitäten zwischen den Clans verboten waren. „Wir teilen unser Territorium natürlich nicht mit den Zweibeinern“; miaute er und riss seine Augen auf als wäre er überrascht, dass Rotstern eine so Mäuse-Hirnige Idee hatte. „Unsere Grenzen sind stark und unsere Duftmarken sind frisch wie immer.“

„Noch frischer als sonst, wie ich bemerkt habe“, warf Rotstern mit einem winzigen Zucken seines Schweifs ein.

Wolkenstern wurde dadurch gerettet, dass Blitzstern, der WindClan Anführer, aufstand und jedes seiner Beine streckte. „Ah, ich werde zu alt, um lange auf diesem Stein zu sitzen“, grummelte er. „Wollen wir uns den Anderen anschließen?“

Morgenstern aus dem SchattenClan und Birkenstern aus dem FlussClan nickten und sprangen Seite an Seite vom Großfelsen. Birkenstern sah rundlich und dick unter ihrem glänzenden Pelz aus und auch Morgenstern war weniger schlank als sonst. Wolkenstern plusterte bewusst sein Fell auf um seine hervorragenden Rippen zu verbergen. Trotz seines Versprechens Vogelflug gegenüber, hatte er weniger als seine Krieger gefressen. Die Beute kommt zurück, bevor unsere Jungen geboren werden, sagte er zu sich selbst.

Rehauge wartete am Fuße des Felsens auf ihn. „Wolkenstern, können wir reden?“ ihre blauen Augen blickten ängstlich.

Wolkenstern folgte ihr in die Schatten hinter dem Stein. „Es sind die anderen Heiler Katzen“, sagte Rehauge mit zitternder Stimme. „Sie haben alle von uns geträumt. Davon, dass wir von gelben Monstern gefressen werden, und neben den gefällten Bäumen zu Staub zertrampelt werden. Wühlpelz aus dem SchattenClan ist überzeugt davon, dass wir alle noch vor der nächsten großen Versammlung tot sind!“

„Wühlpelz vom SchattenClan sollte sich mehr Sorgen über seinen eigenen Clan machen und seine Schnauze nicht in die Angelegenheiten anderer stecken“, grollte Wolkenstern. „Er ist nicht besser als die tratschenden Ältesten! Er kann sich schwerlich um seinen eigenen Pelz kümmern, und die anderen Clans in Ruhe lassen.“

„Aber die anderen haben auf ihn gehört“; beteuerte Rehauge. „und sie machen sich alle Sorgen um den WolkenClan.“

Wolkenstern hob den Kopf. „Leben sie in unserem Lager? Haben sie gesehen wie unsere Jagdpatrouillen pausenlos unterwegs sind um genug Beute zu finden? Wissen sie dass die Bäume aufgehört haben zu fallen? Oder hast du ihnen erzählt, dass wir uns zu Tode hungern, verkrüppelt von den Zweibeinern und ihren armseligen Monstern?“ Seine Stimme war harscher als er gewollt hatte, und Rehauge wimmerte.

„Ich habe ihnen gesagt, dass es uns gut geht und wir auf uns selbst aufpassen können“, miaute sie scharf. „Ich würde ihnen niemals etwas anderes sagen.“

Wolkenstern fühlte einen Stich von Schuldgefühl, weil er seine Heilerkatze beschuldigt hatte. „Ich weiß, dass du das nicht tun würdest. Es tut mir leid. Wir sollten uns den Anderen anschließen bevor wir ihnen noch mehr Stoff für Getratsche liefern.“



Es war belastend, heiter und interessiert auszusehen, während die anderen Clans erzählten, was bei ihnen so los war. Wolkenstern war erleichtert, als die Katzen von der Kuhle wegschlichen, um sich ein Plätzchen für eine kurze Pause vor der Dämmerung zu suchen. Er führte seine Clankameraden zurück am Fluss entlang und rümpfte die Nase, als er die Donnerclanmarken am Ufer roch. Dem WolkenClan war es erlaubt am Ufer entlangzulaufen, um zum Baumgeviert zu gelangen. Aber Rotstern schien entschlossen, sie zwischen den Kieselsteinen mit einer Wand von Gestank gefangen zu halten.

Wachtelherz wartete auf ihn hinter der Brombeerbarriere. Seine Augen waren voller Sorge. „Es ist Blumenfall“, miaute er, sobald Wolkenstern und Rehauge sich von den Dornenranken befreit hatten. „Sie hatte wieder einen Anfall, und nun ist sie so schwach, das sie kaum die Augen öffnen kann.“

Rehauge und Wolkenstern rannten zum Bau der Heiler. Die alte Kätzin lag in einem blassen Strahl aus Mondlicht, der durch die Blätter fiel. Ihr rötlich-cremefarbenes Fell spannte sich über die Knochen, und ihre Augen waren eingesunken. Der Geruch nach Tod klebte an ihrem Fell und ihr Atem rasselte. Sie hob ihren Kopf als Wolkenstern und Rehauge eintraten und öffnete den Mund um zu sprechen, ihre Beine gaben nach und ihre Augen rollten nach innen. Sie begann zu zittern und Schaumblasen quollen über ihre Lippen.

Rehauge kroch an ihre Seite. „Es ist alles ok Blumenfall“, hauchte sie. „Es ist bald vorbei.“

Ein hohes Wimmern kam zwischen Blumenfalls zusammengepressten Lippen hervor. „Bring mir zwei Mohnsamen“; miaute Rehauge zu Wachtelherz. Der Kater eilte zu den Kräutern, und Wokenstern kroch hinab zu der kranken Katze.

„Zwei Mohnsamen?“ flüsterte er. „Ist das wirklich sicher?“ Er wusste das Rehauge einer Katze eigentlich höchstens einen Mohnsamen verabreichen würde.

Rehauge wandte den Blick nicht von Blumenfalls zitternden Körper ab. „Würdest du es lieber zulassen, dass sie weiter diese fürchterlichen Krämpfe hat? Wenn ich sie in einen tiefen Schlaf fallen lasse, wird sie die Chance haben sich auszuruhen und ihre Stärke wiederzugewinnen.“

Wolkenstern sah hinab auf die hervorstehenden Knochen die jeden Moment den Pelz der alten Katze zu durchstoßen schienen. Für ihn sah es nicht so aus, als hätte Blumenfall auch nur ein Schnurrhaar an Kraft übrig. Sie brauchte Beute dringender als Schlaf, aber der Clan konnte ihr das nicht geben. Wolkenstern schluckte ein frustriertes Jaulen hinunter.

Langsam, hörte Blumenfall auf zu zittern. Wolkenstern legte sanft seinen Schweif auf ihre Flanke. „Alles ist in Ordnung Blumenfall. Ruh dich jetzt aus.“

Die alte Katze zwinkerte, und ein trübes, blaues Auge richtete sich auf Wolkenstern. „Lüg mich nicht an Wolkenstern“, krächzte sie so leise, dass Wolkenstern näher kommen musste. Er zuckte beim Gestank ihres Atems zusammen, und hoffte dass sie es nicht bemerkt hatte.

„Ich bin vielleicht alt, aber nicht dumm“, krähte Blumenfall. „Ich weiß, dass wir in großen Schwierigkeiten sind. Oh mein armer Clan. Wir haben so viel überstanden, und nun werden wir von Zweibeinern zerstört werden.“

„Nein Blumenfall!“ miaute Wolkenstern in ihr Ohr. „Der WolkenClan kann das immer noch überstehen!“

Ihr bewölktes Auge hielt seinen Blick eisern fest. „Versprich es mir, Wolkenstern“, hauchte die alte Katze. „Versprich mir dass du nicht zulässt, dass die Zweibeiner uns aus unserem zu Hause vertreiben.“

„Ich verspreche es“, flüsterte Wolkenstern. „Hier gehört der WolkenClan hin. Solange ich meine neun Leben habe, werden wir niemals den Wald verlassen.“

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