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„Clankammeraden, wir haben verloren.“

Wolkenstern zog seine schmerzenden Pfoten auf die Lichtung. Jeder Kratzer auf seinem Fell brannte wie Feuer, und seine Pfoten waren taub, von den Sprüngen auf dem harten, staubigen Boden. „Es tut mir leid.“ murmelte er.

Vogelflug trabte auf ihn zu, ihre Augen dunkel vor Entsetzen. „Ihr… Ihr habt verloren? Aber du sagtest, wir müssen diesen Kampf gewinnen!“

„Ja, mussten wir. Aber haben wir nicht!“ schnappte Wolkenstern. Er sah Vogelflug zusammenzucken und sein Ton wurde weicher. „Es tut mir leid. Du hast Recht wir hätten gewinnen müssen. Wir brauchen dieses Stück Territorium um uns zu ernähren.“

Bussardfeder presste sich durch die Brombeeren, ein Auge geschwollen, sein Fell klebrig von Blut. „Geh direkt zu Rehauge“ ordnete Wolkenstern an.

Überall auf der Lichtung, drängten sich Königinnen und Älteste um die zurückgekehrten Krieger. Sie sprachen so leise, dass Wolkenstern eine Drossel irgendwo trällern hören konnte. Tapferer, dummer Vogel, dachte er. Wenn du hier bleibst, wirst du morgen Beute sein. Es waren so wenige Vögel übrig, dass er darüber nachdachte, sofort einen Krieger los zu schicken, um ihn zu fangen. Aber jede Katze, die fit genug zum Jagen gewesen war, hatte in der Schlacht gekämpft und alle waren mit Verletzungen zurückgekehrt, von zerkratzen Ohren bis hin zu Mausezahns gebrochenem Bein.

Wolkenstern fragte sich, ob der SternenClan ihre demütigende Niederlage beobachtet hatte. Er hatte sich zweifellos nicht so gefühlt, als ob irgendeiner seiner WolkenClan Vorfahren an seiner Seite gewesen wäre.

„Du solltest diesen Schnitt an deiner Flanke behandeln lassen“, sagte Vogelflug.

„Noch nicht“, antwortete Wokenstern. „Ich muss zuerst zum Clan sprechen, ihnen sagen, dass wir nicht aufgeben, auch nicht nach dieser Niederlage.“

Er krallte sich seinen Weg bis in die Zweige des knorrigen Dornenbaumes. Die Zweige schienen höher als üblich und seine Hinterbeine explodierten vor Schmerz, als er versuchte, sich nach oben zu drücken. Wolkenstern zog sich stattdessen mit den Vorderpfoten hinauf und balancierte auf den schwankenden Zweigen. Einst konnte er von hier aus in die Bäume starren und nur erahnen wo das sein Territorium endete. Doch nun ragten die halb fertigen Zweibeiner Nester über die dünnen Äste, rot, schwer und bedrohlich.

Ein Hüsteln unter ihm, lenkte seine Aufmerksamkeit wieder auf die Katzen unter ihm. Die Katzen, die an seiner Seite gekämpft hatten, sahen leer und unwiederbringlich geschlagen aus. Das einzige Zeichen von Hoffnung war in den Augen der Katzen geblieben, die im Lager zurückgeblieben waren.

„Katzen des WolkenClans!“ Wolkenstern erhob seine Stimme, und versuchte wie ein Anführer zu klingen, dem seine Katzen vertrauen konnten, dass er ihren Clan rettete. „Der Grund warum wir heute verloren haben ist, dass der DonnerClan härter und besser gekämpft hat. Sie wollten den Sieg mehr als wir.“

Da waren ein paar überraschte Blicke von seinen erschöpften Kriegern, aber Andere nickten und zuckten mit dem Schwanz, als ob sie sich schuldig fühlten, ihre Clankammeraden im Stich gelassen zu haben. Etwas stach tief in Wolkensterns Herzen. Er wusste, dass seine Krieger alles gegeben hatten, doch sie waren in der Unterzahl, hungrig und erschöpft gewesen von zu vielen erfolglosen Jagd Patrouillen.

„Ich gebe keinem von euch die Schuld. Alles was ich verlange ist, dass ihr auf das schaut, was ihr heute getan habt und überlegt, ob ihr vielleicht mehr hättet erreichen können. Wenn die Antwort ja ist, dann wird es andere Schlachten, andere Chancen geben zu beweisen, was es bedeutet, ein WolkenClan Krieger zu sein.“

Die Katzen unter ihm rührten sich, hoben die Köpfe als ob sie bereits zukünftige Auseinandersetzungen mit ihren Nachbarn erwogen. Wolkenstern zuckte bei ihrem Stolz zusammen. Ich kann den Gedanken nicht ertragen euch noch einmal Kämpfen zu lassen, aber wir müssen. Es tut mir so leid.

„Der WolkenClan wird zurückerobern, was rechtmäßig uns gehört. Wir werden dieses Territorium von den DonnerClan Dieben zurückholen!“ endete er.

Ein paar dünne Jubelrufe waren zu hören. Wolkenstern stieß einen Seufzer aus. Seine Katzen waren so tapfer, so loyal. Er konnte sich keine besseren Krieger vorstellen, aber konnten sie sich einen besseren Anführer vorstellen? Er sprang vorsichtig nach unten und humpelte zu Rehauges Bau. Er brauchte Spinnweben und etwas um seine Wunden zu lindern, aber keine Mohnsamen. Er musste diese Nacht wach bleiben und einen besseren Weg finden, den DonnerClan anzugreifen. Eine andere Strategie die, seinen Kriegern die beste – vielleicht auch die einzige – Chance auf einen Sieg geben würde.



„Wolkenstern! Wolkenstern wach auf!“ Eine nasse Schnauze schob sich an Wolkensterns Ohr. Grunzend schlug er sie beiseite und setzte sich auf. Durch die Zweige seines Baus konnte er sehen, wie sich der Himmel milchig weiß in der Dämmerung färbte, aber es war noch dunkel genug, dass die Sterne über ihm glitzerten. Beobachtest du uns immer noch, SternenClan? Hast du irgendein weises Wort? „Wolkenstern, ich muss mit dir reden!“

„Was ist los?“ fragte Wolkenstern und erkannte Rehauges grasigen Duft. „Bekommt Vogelflug ihre Jungen?“ er sprang auf, sofort hellwach. „Geht es ihr gut? Brauchst du mich um Kräuter zu holen?“

„Setz dich“, zischte Rehauge, oder du wirst jede Katze im Clan aufwecken. Vogelflug geht es gut. Ihre Jungen werden im nächsten Virtelmond kommen, aber nicht heute Nacht. Sie schläft friedlich in der Kinderstube.“ Sie schlurfte weiter in die Höhle hinein und setzte sich. Ihr hellbraunes Fell war gerade so sichtbar, und ihre Augen leuchteten, als sie ihren Kopf zu ihm drehte.

„Ich hatte einen Traum“, begann sie. Ihre Stimme war höher, schriller als sonst und Wolkenstern erkannte noch einen anderen Geruch unter dem Kräuterstaub an ihrem Fell: Angst.

„Ich bin mir sicher, dass der SternenClan mir die Zukunft gezeigt hat. Eine nicht sehr ferne – Vogelflug war da mit euren Jungen, und sie waren noch sehr klein –„

„Aber stark?“, unterbrach sie Wolkenstern. „Es fehlt ihnen nichts, oder?“

Rehauge schüttelte den Kopf. „Nein, deine Jungen sahen… gesund aus. Sie nahm einen tiefen Atemzug. „Der WolkenClan war dabei den Wald zu verlassen. Wir waren auf einer Versammlung, alle von uns. Wir.. wir baten darum bleiben zu dürfen doch die anderen Clans lehnten ab. Also konnten wir nicht länger hier bleiben.“

„Was? Das ist absurd!“ Wolkenstern peitschte mit dem Schwanz. „Es ist nicht die Entscheidung der anderen Clans, ob wir hier bleiben oder nicht!“ Dies ist unser Territorium!

Rehauge starrte ihn an, und Wolkenstern zuckte zusammen, bei der Trauer in ihren Augen. „Du verstehst nicht“, miaute sie sanft. „Es war kein Territorium mehr übrig. Nicht für uns. Die Zweibeiner hatten uns alles genommen, und wir konnten nirgendwo anders hin.“

Wolkenstern starrte sie bestürzt an. Sollte es wirklich so enden? Der WolkenClan aus seinem zu Hause verjagt, wie ein Fuchs?

Rehauge legte ihren Schwanz auf seine Schulter. „Es tut mir leid, Wokenstern. Du hättest diese Schlacht nicht verlieren dürfen. Es ist eine Niederlage, die wir nicht überleben können.

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